Hallo Birgit,
ich denke, Deine Angst ist unbegründet.
Was sollte ein Katzenfänger mit den Tieren anfangen?
Als Versuchstiere verkaufen? Die Firmen, die regelmäßig größeren Bedarf an Versuchstieren haben, züchten diese entweder selbst oder beziehen die Tiere von vertrauenswürdigen Händlern.
Tierversuche und die damit verbundenen Dinge stehen derart im Blickpunkt der Öffentlichkeit, dass sich die entsprechende Forschungseinrichtungen nichts, aber auch garnichts illegales oder halblegales erlauben können.
Als zukünftiges Pelzmäntelchen verkaufen? Macht keinen Sinn, die entsprechende Rohware für "umgefärbte Katze oder Hund" kommt zu unschlagbaren Dumpingpreisen aus Asien. Hund heisst hier als Kürschnerware übrigens u.a. Gaewolf.
Im übrigen läuft das immer gleich ab.
Ein unbekannter Wagen fährt langsam durch´s Dorf.
Je nach emotionaler Lage wird dann - nehmen wir mal besorgte Mütter, die Männer bemerken die Fahrzeuge sowieso nicht - folgendes passieren.
Prolog
Hast Du den Wagen gesehen?
Nein, welchen?
Den roten, der fuhr so langsam die Dorfstrasse runter.
Wo kam der denn her?
Weiss ich nicht, ich glaube aus Hamburg.
Was hatte der denn für eine Farbe?
Irgendwie grün oder bläulich, vielleicht auch gelblich.
Was der wohl wollte?
Weiss ich nicht, hoffentlich war der nicht auf Kinder aus, man hört ja so manches.
1. Akt (am Telefon)
Hast Du schon gehört, heute war ein weisser Wagen im Dorf, der ist so langsam hinter den Kindern hergefahren.
Was Du nicht sagst, und, ist was passiert?
Weiss ich nicht, aber der Tom aus dem Holunderweg ist so komisch angesprochen worden.
Oh Gott, wenn das mal kein Kinderschänder war.
2. Akt (wieder am Telefon)
Hast Du schon gehört, der Tom aus dem Holunderweg ist heute von Fremden sexuell angemacht worden.
Oh Gott, der arme Junge.
Die Polizei war natürlich wieder mal nicht da, kannste vergessen.
3. Akt (Telefon)
Hast Du schon gehört, der Tom aus dem Eichweg ist heute fast entführt worden.
Tom konnte sich gerade noch losreissen und fliehen.
Der Polizeieinsatz verlief aber erfolglos, die Täter sind geflohen.
Typisch, nix können die Schnappi´s, ausser Knöllchen verteilen.
4. Akt (Kontrollanruf bei Tom´s Mutter)
Hi Anja, wie geht´s Tom?
Gut, wieso?
Na, der ist doch heute, na ja, so irgendwie, ja also, so quasi, also ich habe gehört, der sei irgendwie entführt worden.
Nee, der ist in seinem Zimmer, hat auch nichts erzählt.
Aber die Polizei war doch da.
Nee, bei uns nicht.
Moment, ich frag Tom mal.
Kurze Pause
Tom hat gesagt, er sei von einem Hamburger mit einem BMW angesprochen worden.
Der Fahrer fragte nach Bauer Lüders, Tom hat ihm den Weg beschrieben, sonst war nichts.
Gott sei Dank, da bin ich aber beruhigt.
5. Akt (am anderen Morgen, persönlich)
Hast Du schon gehört, gestern war ein reicher Hamburger bei Bauer Lüders.
Ach, was der wohl wollte?
Weiss ich nicht, aber dem Lüders soll es ja nicht so gut gehen, finanziell meine ich.
War bestimmt ein Makler, der sich für den Hof interessiert.
6. Akt (wieder telefonisch)
Hast Du gehört, Lüders verkauft seinen Hof.
Hab ich mir doch gedacht, pleite wie der ist.
Konnte ja auch nicht gutgehen mit dem.
7. Akt (Telefon)
Du, dem Lüders sein Hof wird zwangsversteigert.
Nee, also wirklich, wieso denn?
Na ja, der hat doch Spielschulden.
Epilog
Der Hamburger war in der Tat im Dorf, kam von der Firma Windkraft Energie GmbH. Lüder baut eine Windmühle, Kosten so 2 Mio €.
Fazit: Fährt ein unbekannter Wagen durchs Dorf, denken die
Mütter, man wolle den Kindern was,
Pferdehalter, man wolle die Pferde auf der Weide abstechen,
Katzenhalter, siehe oben,
Hundehalter, ähnliches
Schafhalter, man wolle nachts die Schafe klauen
u.s.w.