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Domino

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21

Dienstag, 7. Dezember 2010, 15:25

Huhu Tina,

es ist bei "uns" leider so, daß viele von uns sogenannte Underachiever sind. Wir kommen mit den Anforderungen, die an uns gestellt werden, nicht gut klar (vielleicht deshalb, weil unsere Talente in anderen Gebieten liegen als die eines "normalen" Menschen") - gleichzeitig stellen wir aber höchste Ansprüche an uns selbst, denen wir dann wiederum nicht gerecht werden können.
Deshalb kommt eher mal ein "weiß ich nicht" oder "kann ich nicht." Wenn mir jemand eine Frage oder Aufgabe stellt, dann ist mein erster gedanke nciht die Antwort oder ein Lösungsweg, sondern ein "was will DER denn jetzt von mir" - und ich werde mich bemühen, eine möglichst umfangreiche und alle Aspekte berücksichtigende Antwort zu geben. Zum Beispiel fragt mich jemand, wann der Elbtunnel in Hamburg gebaut wurde. Dann werde ich nicht einfach nur die Jahreszahl nennen (wie gefordert), sondern ich werde gleich noch dazu sagen, wer ihn entworfen hat, wie lange der Bau gedauert hat und wie hoch die Kosten waren :D Erst dann ist für mich das Thema vollständig behandelt.
Du wirst im Laufe der Schulzeit feststellen, daß Dein Sohn vermutlich viele Arbeiten über "Sonderpunkte" bzw. Zusatzaufgaben bestreiten wird...

Ich erinnere mich an eine Mathehausaufgabe, die ich machen sollte, als ich in der 2. Klasse war. Meine Mutter lag gerade im Krankenhaus, man hatte ihr Gallensteine rausoperiert, und ich war bei Freunden untergebracht. Da saß ich nun und sollte aus dem Rechenbuch "Türmchen rechnen", und angekreuzt waren 4 Aufgaben, jeweils mit Unterpunkt a bis e, jeder Unterpunkt beinhaltete 6 oder 7 einzelne Aufgaben. Und ich kam nicht voran... meine "Gastmutter" stellte mir schließlich einen Wecker hin und sagte, der würde um 17 Uhr klingeln, was ich bis dahin nicht geschafft habe, soll ich nicht mehr machen, und sie würde meiner Lehrerein einen Brief schreiben. Na toll, nun auch noch Zeitdruck! Ich habe nicht mehr viel geschafft, und dann sollte ich auch noch diesen peinlichen Brief mitnehmen...?
Am nächsten Tag gab ich meiner Lehrerin den Brief, in dem stand, daß ich von den 4 Aufgaben nur 3 geschafft hatte. Sie lachte und sagte mir, ich hätte doch viel zu viel gemacht, wir hatten doch nur die ersten beiden Aufgaben auf! kichern Und da erinnerte ich mich. Als sie uns die Aufgaben sagte, hatte ich einen kurzen Blick drauf geworfen und sofort beschlossen, daß ich so eien Eierkram doch kann und deshalb könnte ich ja alles lösen... ich hatte mir also eine viel zu umfangreiche Aufgabe selbst auferlegt und stand nun vor mir selber als Niete da: Ich hatte nicht geschafft, was ICH mir vorgenommen hatte.
Was letztendlich die Hausaufgabe und damit "für die Lehrerein" war, war mir total egal.

Ermutige den Kleinen immer, und lobe ihn für alles, was er tut oder weiß! Er braucht die Bestätigung, daß er Sachen "richtig" macht.
Tatsächlich können wir viel, zeigen davon aber nur wenig und stellen uns lieber als Dummkopf dar. Das ist nicht so anstrengend und wir werden auch nicht von uns selbst enttäuscht. Wenn wir sagen: Oh, das kann ich - und bringen dann eine falsche Antwort oder eine schlechte Leistung, dann ist es für uns nciht so schlimm, als wenn wir gleich sagen: Ach, das kann ich nicht, weiß ich nicht, verstehe ich nicht. Wenn ich gleich davon ausgehe, daß ich etwas nicht kann, dann kann ich mich hinterher immer noch freuen, wenn ich es trotzdem schaffe.


Ähm - wie bitte, Eltern anderer Kinder MEIDEN Dich??!! Was soll denn das? Selbst wenn Alex "anders" ist, er ist ja kein Aussätziger und hat keine ansteckenden Krankheiten... oh mann, diese verdammte Ignoranz, ich könnte Würg !
Wenn die Kinder Deinen Sohn meiden, dann könnte ich es ja noch verstehen - er ist nun mal nicht wie sie, und Kinder sind mit Ausgrenzungen sehr schnell (und meinen es nicht einmal böse). Aber Eltern sollten eigentlich so vernünftig sein und mit ihren Kids reden, wenn die der Meinung sind, jemand sei "anders"...
...hm, Alex ist ja erst 6 Jahre alt, die Eltern seiner Klassenkameraden sind ja in meinem Alter... naja, da sind bestimmt einige bei, die zuviel Blondierung gefrühstückt haben kichern Den Kontakt zu DENEN hast Du sicher nicht nötig, genauso wie Alex den Kontakt zu deren Kindern nicht nötig hat, oder? ;)
Liebe Grüße von Julia!

Totostina

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22

Dienstag, 7. Dezember 2010, 22:08

Huhu

Mal wieder Danke für Deine Antwort!

Verstehe ich Dich richtig?

Du kriegst einen "neue" Aufgabe.Bevor Du sie machen MUSST(Du kannst sie ja eh),sagst Du lieber Du kannst es nicht,weil es Dir einfach zu "einfach" ist? (Punkt"Was will die denn von mir?")

Oder Du sagst lieber "ich kann das nicht" weil es Dir zur umfangreich ist und Dich eh keiner versteht?

Noch ne Frage:Warum musst Du sagen wann,wo,von wem dieser Tunnel ist,wenn die Frage so "eindeutig" war?Warum sind Dir diese "Nebensächlichkeiten(für den Fragenden) so wichtig?

Ich habe bei meinem Sohn manchmal den Anschein er hat keine Lust da "irgendwas" zu schreiben.Quasi unterfordert.Motorisch ist er aber meilenweit weg das es da "schön" aussieht!



Und jetzt noch ein ganz andere Frage:Wenn wir beide uns treffen würden,wäre ich Dir fremd oder durch "hier" genug bekannt?



Ich denke ,das mit dem loben mach ich hier echt gut.Im Moment müssen wir viel über Nikolaus und Christkind diskutieren.Meinem Sohn sagt man nicht einfach "Das ist so".



Grad komm ich vom Elternabend.Wir waren wahrhaftig 4(!) Eltern(von 26 Kindern).Ist das arm?Und genau die Eltern,die da sonst die grösste Klappe haben,waren nicht da.Das war echt schade.

LG Tina
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Totostina« (7. Dezember 2010, 22:09)


Domino

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23

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 15:47

Huhu Tina,

so ähnlich ist es. Ich bekomme eine Aufgabe, die ich leicht lösen kann. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß es WIRKLICH so leicht sein soll, also mache ich es mir in Gedanken schon künstlich schwer. Und weil ich mit dieser von mir selbst so aufgeblähten Aufgabe dann nicht mehr zurechtkomme (oder mir zumindest selbst einrede, daß ich es ja doch nicht kann), sage ich dann lieber: Das kann ich nicht.

Umfangreiche Aufgaben hingegen finde ich sehr interessant. Da kann ich alles bis ins kleinste Detail durchplanen und selber lange genug im Voraus sehen, wo eventuell Fallstricke zu erwarten sind.

Letztendlich hat es wieder mit der Vorhersehbarkeit zu tun. Wenn ich vorhersehen kann, was von mir erwartet wird, dann ist alles gut. Nur bei "Pillepalle" denke ich, das kanns doch nicht gewesen sein, und mache es mir eben künstlich schwer, um auf dem gewohnten Erwartungslevel zu arbeiten. Wenn ich also auf eine gestellte Frage 5 Antworten gebe (von denen ja 4 gar nicht gefragt waren), dann sind das keine Nebensächlichkeiten, sondern die Reaktion auf das, was ich mir als Anforderung gestellt habe.

Außerdem habe ich manchmal echt krause Gedankengänge, und es ist für einen Mutisten doppelt so schwer, diese in Worte zu fassen. Wie formuliert man etwas, was man sich selbst erstmal sortieren muß...?

Kann es bei Deinem Sohn sein, daß er keine Lust hat, etwas zu schreiben, weil es um das Schreiben geht? Er weiß die Antwort und beherrscht die Buchstaben, aber die Umsetzung - also mit dem Stift in der Hand die Gedanken geordnet aufs Papier bringen - fällt ihm rein motorisch schwer. Da hätte ich auch keine Lust drauf ;)
Ich habe ein Nachhilfekind, der Junge kann wunderbar erzählen und tut dies auch viel und reichlich. Auch er hat Probleme mit der Feinmotorik. Wenn wir Matheaufgaben mit Text lösen, dann "erzählt" er mir die Antworten. Wenn z.B. die Aufgabe lautet: Wieviel Cola brauchen die Kinder für ihr Sommerfest, dann sagt er: Die brauchen 12 Liter, weil es X Kinder sind und jedes Kind trinkt dann Y Liter". Das ist zu 100% richtig, aber jetzt soll er daraus einen geschriebenen Satz machen. Und das dauert Stunden. Einmal die Formulierung an sich - und dann das Aufschreiben! Er tut sich halt sehr schwer mit dem Formen der Buchstaben, und es dauert ihm alles viel zu lange, weil er langsam schreibt (aber schnell denkt). Ich denke, all dies könnte eine "Schreib-Unlust" ausmachen.


Hihi, das ist ja ne lustige Frage - ich denke, wenn wir uns treffen würden, dann wäre eine erste "Grund-Unsicherheit", die ich bei Fremden sonst verspüre, nicht da. Du weißt ja, wer ich bin - ich muß mich also nicht mehr erklären - und wir haben ja schon eine Menge voneinander gelesen, so daß ich Dich für mich einordnen kann. Vieles würde ich als bekannt empfinden, und wir hätten auch gemeinsame Anknüpfungspunkte durch unseren Austausch hier - im direkten Umgang würde ich aber nicht so spontan sein und erstmal schauen und ausloten, ob Du auch so bist, wie Du schreibst. :D


Und das mit dem Elternabend finde ich auch echt arm - hat denn niemand Interesse an den schulischen Aktivitäten der Kinder?? Zumal auf Elternabenden ja mehr Allgemeines und Organisatorisches besprochen wird, was man den Kleinen noch gar nicht so verklickern kann, was aber trotzdem sehr wichtig sein kann...
Ronny war letztens auch zum Elternabend und er sagte, daß inzwischen viele Eltern ohne Ehepartner kommen. Anfangs kamen wohl immer Vater UND Mutter von fast jedem Kind... Ist wohl der krasse Gegensatz :whistling:
Liebe Grüße von Julia!

Totostina

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24

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 16:22

Huhu

Genau dieses schnelldenken und langsam schreiben kenne ich von hier.Aber es ist nicht Standard.Er schreibt sogar recht schön,wie ich finde.Nur die Lust fehlt.Lesen dagegen klappt richtig gut.Ich hab immer das Gefühl er findet alles "überflüssig"...so "kann ich ja eh".



Ich muss mal eben los,greife das nachher/morgen nochmal auf!!!Sorry.

LG Tina
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Totostina

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25

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 19:05

Huhu

Wieder da

...ja der Elternabend.So "üblich" ist es das in der 1.Klasse meist die Hälfte der Eltern da ist.Das wären bei uns bei 26 Kindern doch noch mehr als nur 4 Stück.

Wir haben anfangs auch alles gemeinsam gemacht,mittlerweile fallen meine Eltern so als Babysitter aber oft weg,deswegen geht dann einer und einer ist bei den Jungs!

Warum da so ein Desinteresse besteht weiss ich auch nicht.Eine Mutter und ich wurden dann heut morgen gefragt "ob mal was geklärt worden ist",daraufhin haben wir freundlich gegrinst und gesagt es war ein schöner Klönabend und das es für uns ja nix zu klären gab.Peng.

Die mit der lautesten Klappe waren ja nicht da.

Mir wurde nochmals versichert,das Alex super mitmacht und alles versteht und auch umsetzen kann.Warum er dann bei Hausaufgaben dann oft so neben sich ist,weiss ich nicht.Andererseits musste er heute für so Kleine echt viel schreiben.Das hat er super hingekriegt.War sogar ausser Atem vom schreiben megabigsmile



Nochmal zu Dir:Ich finde ja wenn man Dich so liest hört sich das echt gebildet an ohne überheblich zu wirken.Kannst Du besser schreiben als reden?(Das weiss ich ja bei Sohni noch nicht)

Und wenn Du so an Deine Schulzeit zurückdenkst:Fandest Du auch viele Kinder einfach nur blöd?Besonders die "frecheren"?Und bist Du auch sehr nah am wasser gebaut?Auch so mitfühlend?



LG Tina
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26

Donnerstag, 9. Dezember 2010, 10:41

Huhu Tina,
Nochmal zu Dir:Ich finde ja wenn man Dich so liest hört sich das echt gebildet an ohne überheblich zu wirken.Kannst Du besser schreiben als reden?(Das weiss ich ja bei Sohni noch nicht)
na das ist ja mal ein Kompliment, vielen Dank :love:
Ich bin tatsächlich ein Schreiberling, habe immer gerne geschrieben und bin der Meinung, daß ich ganz gut weiß, wie man sich schriftlich ausdrücken kann. Das hat mir vieles leicht gemacht bzw. ich konnte das Nicht-sprechen-wollen/können damit gut kompensieren. Nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag: Wo andere zum Hörer greifen und mal kurz bei der Bank, Versicherung oder sonstwo anrufen, stelle ich meine Anfrage schriftlich. Dann bekomme ich auch eine schriftliche Antwort, was manchmal gar nicht schlecht ist, denn an ein Telefonat kann sich eine Firma meist nicht erinnern ;)
Reden kann ich inzwischen auch ganz gut, aber schreiben ist mir nach wie vor lieber. Während ich beim Reden ganz schnell überlegen muß, habe ich beim Schreiben Zeit, meine Gedanken auf dem Papier enetuell nochmal umzustrukturieren. Ein gesprochenes Wort kann man nicht zurücknehmen - ein geschriebenes hingegen schon!

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann weiß ich, daß ich gerne hingegangen bin, weil ich gerne Neues gelernt habe. Die Kinder fand ich ALLE blöd! Saublöd sogar! Ich hatte in meiner ganzen Schulzeit immer nur eine Freundin in der Klasse. Wenn überhaupt.
Vor den "frecheren" Kindern, gerade Jungs, hatte ich total Angst. Das wiederum haben die natürlich gemerkt und ich war ein willkommenes Opfer, das sich nicht gewehrt hat. Am liebsten hätte ich ein tragbares Mauseloch gehabt :D So habe ich diese Kinder am liebsten gemieden, oder wenn ein Aufeinandertreffen nicht zu umgehen war, mich höflich und zuvorkommend verhalten, was aber zum Teil unangemessen war (z.B. Tür aufhalten) und neuen Spott hervorrief. Dabei wollte ich doch das Gegenteil erreichen, indem ich höflich bin...

Mitfühlend bin ich, und auch hilfsbereit. Nah am Wasser gebaut bin ich aber nicht :D Bei mir ist es so, daß mich Leid eher aggressiv macht. Wenn ich also immer nur auf den Kopf bekomme, dann laufe ich nicht heulend nach Hause oder weine mich irgendwo aus, sondern ich warte, bis ich den Übeltäter mal ungünstig erwische. Auch wenn ich sehe, daß anderen Unrecht getan wird, dann sehe ich zu, daß ich mich für die anderen einsetze und den Verursacher "stelle", wie auch immer.
Noch in der 9. oder 10. Klasse hatte ein Junge mich auf dem Kieker - anfangs kamen wir sehr gut miteinander zurecht, machten sogar zusammen Musik, aber irgendwann fing er dann an, mich zu nerven, dann zu hänseln - und ich konnte mich irgendwie nicht wehren. Neben dem körperlichen "Piesacken" kam ein psychisches Unter-Druck-Setzen dazu. Meine Mutter meinte immer nur, ich soll das mit ihm selbst ausmachen und nein, sie würde nicht bei seinen Eltern anrufen. Ich weiß nicht, wie lange ich es mir gefallen lassen habe, auf jeden Fall ist mir der Bengel dann mal ganz ungünstig unter die Finger gekommen. Es hatte geschneit, und auf dem Schulhof war eine große Schneeballschlacht im Gange und er bekam gerade etwas ab - da hab ich ihm ein Bein gestellt, er ist vornüber gefallen und mit dem Bauch im Schnee gelandet. Ich habe mich dann die ganze lange 30-Minuten-Pause auf ihn draufgelegt und immer wieder Schnee in sein Gesicht geschoben. Der Junge war total durchgefroren, naß und fertig, als er wieder zum Unterricht gegangen ist. Von da an war Ruhe. :D War nicht fein, aber was er getan hat, war ja auch nicht fein, oder?

Übrigens konnte ich mit den meisten Kindern in meinem Alter nicht viel anfangen, die waren mir alle irgendwie zu albern, zu "babyhaft". Als ich anfing, Musik zu machen, war ich 12 - mit 13 hatte ich meine erste Band, zusammen mit ein paar Jungs aus der 9. Klasse, und der Schlagzeuger war sogar schon 20 und hatte eine Ausbildung fertig. Mit denen verstand ich mich, da konnte ich eine Menge lernen und abgucken.Etwa 2 Jahre später kamen die Musiker aus meiner Nachbarschaft dazu, die waren zwischen 30 und 40 :P Erst an der Uni glich es sich etwas an, da hatte ich dann auch mal gleichaltrige Freunde, +/- 5 Jahre. Wobei 5 Jahre viel sind, wenn man erst 13 ist - später werden die gefühlten Abstände kleiner.
In meiner alten Firma sagte mir dann eine Kollegin, daß ich für mein Alter "sehr weit" bin und schon sehr viel Lebenserfahrung habe. ich denke, das kommt daher, daß ich sehr viel Zeit mit älteren und erfahrenen Menschen verbracht habe.

Geht es Deinem Sohn auch so? Sind ältere Nachbarskinder interessanter als die Klassenkameraden? Such er sich Leute, von denen er etwas lernen kann, oder eher solche, die von ihm lernen?
Liebe Grüße von Julia!

Totostina

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27

Freitag, 17. Juni 2011, 19:44

Huhu
Ja Sohni und Schule sind immer wieder ein Thema!
Also schulisch kann ich mich nicht beschweren.Er ist der beste Leser der Klasse und auch sonst in allem fit!
Aber andersrum ist er Zielscheibe vieler Ärgereien und Hänseleien!Mit manch Eltern hab ich schon geredet,mit manch anderen kann man nicht(deutsch sollte man können),bei wiederum anderen stoße ich auf Gleichgültigkeit,wie ich finde!
Letztens wurde ich von der Rektorin angerufen,mein Sohn hätte ein Mädchen gebissen!Ich hätte mich fast schlappgelacht!
1.Das Mädchen war eine seiner 2 Freundinnen,2.Mein Sohn würde NIEMALS was in den Mund nehmen,er ekelt sich wirklich.Es stellte sich heraus,das Mädchen ist beim fangenspielen gefallen....Mein Sohn war halt "dabei".
Das er gerne mit älteren spielt kommt schon mal vor,ist aber nicht die Regel.Eher spielt eher mit Mädchen.Auch zwar fangen und eher rauhere Spiele,aber mit Mädchen!
Ich versuche immer wieder irgendwelche Vereine schmackhaft zu machen,was nicht wirklich klappt.
LG Tina
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28

Donnerstag, 30. Juni 2011, 09:55

Huhu Tina,

was Du da beschreibst, scheint für uns völlig normal zu sein und erinnert mich wieder sehr an meine eigene Schulzeit.
Wir sind einfach ganz ohne Grund Zielscheibe, wenn andere Kinder jemanden hänseln, ärgern oder frotzeln wollen. Ich weiß nicht, ob uns vielleicht eine "Aura" umgibt? ;) In einem Aspie-Forum, bei dem ich manchmal reinschaue, wurde diese Frage auch mal gestellt und viele Teilnehmer sagten: Oh ja, das kenne ich, ich wurde immer ohne Grund geärgert, nie zum Geburtstag eingeladen etc... wie gesagt, wir haben irgendwas, das "normale" Kinder nicht haben. Wir kennen auch dieses Gruppengefühl nicht. Normalerweise bilden sich in einer Klasse (oder sonstigen größeren Gruppe) spontan kleine Untergrüppchen, in denen sich meist "passende" Menschen zusammenschließen. In meiner Klasse gab es einmal die "schlimmen Jungs" - 5 oder 6 Bengel, die in den Pausen Fußball gespielt haben. Dann gab es die "Modemädchen", die sich immer schick ud topaktuell anzogen, Bravo-Girl lasen, alle neuesten Fernsehserien verfolgten und nach der Schule mit ihren besten Freundinnnen telefonierten. Außerdem hatte sie alle die gleiche Schultasche :P naja, und so weiter. Ich gehörte nie zu irgendeiner Gruppe. Meine Anwesenheit war aber geduldet, solange ich die Hausaufgaben zum Abschreiben rumgab. :rolleyes:
Eigenartigerweise hat es mich nie gestört, daß ich nicht zu einer Gruppe gehörte. Es geht mir auch heute in der Firma noch so. Eigentlich gehöre ich zum Prüffeld, aber in den Pausen hänge ich mit 2-3 "Versprengten" rum, die aus anderen Gruppen/Abteilungen kommen und dort auch keinen richtigen Anschluß finden. Aber wir sind keine feste Gruppe, man läuft sich halt über den Weg und bleibt dann stehen und quasselt drei Takte.

Dein Sohn spielt nun am liebsten mit den Mädels - schön, daß er dieses "mit Mädchen spielt man nicht mehr" nicht für sich aufgenommen hat. Ich habe übrigens am liebsten mit Jungs gespielt. :D Und das geht mir heute auch noch so - ich habe eine gute Freundin, der Rest sind Männer :P Klar kann es da passieren, daß Dein Sohn als erster verdächtigt wird, etwas getan zu haben, wenn einem Mädchen im Spiel was passiert. Aber gut, daß die Sache aufgeklärt werden konnte. Bei mir war es immer anders: Wenn ich Streit mit anderen Kindern hatte, dann hat meine Mutter gefragt, womit ich die Kids denn diesmal provoziert hätte. Es wurde also davon ausgegangen, daß prinzipiell ich an einem Streit schuld war, nur weil ich so ein "Rauhbein" war.

Vereine und Gruppen wirst Du ihm nicht schmackhaft machen können... ;) Wir sind keine "Herdentiere" und werden deshalb immer solche Organisationen meiden. Es sei denn, wir finden plötzlich ein Hobby, bei dem es nicht anders geht, aber das ist dann eine selbstgewählte Sache. Ich fing mit 13 Jahren an, in Bands zu spielen und es gibt bis heute kaum etwas, was mir mehr Spaß macht. Aber in allen Bands habe ich mir meine Mitmusiker selbst ausgesucht. Wenn die Chemie nicht stimmte, hab ich es halt schnell wieder gelassen. Wenn die Chemie stimmte, dann kommt das dabei raus, was ich heute mache - meine beiden festen Bands existieren seit 12 Jahren!
Was wurde mir nicht alles angeboten - Flötenunterricht (in der klassischen 10-Kinder-Flötengruppe), Sportverein - Turnen, Karate, Volleyball, Lerngruppen, Schachclub - nein danke! Ich mußte selber finden, was ich möchte.
Liebe Grüße von Julia!