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Beruf: Ingenieurin (Nachrichtentechnik)

1

Donnerstag, 7. Oktober 2010, 09:03

Späte Diagnose - Ärger mit Ärzten

Moin moin,

hat einer von Euch schon mal Ärger mit Ärzten gehabt, weil sie schlampig gehandelt haben oder einfach nicht genug Wissen hatten?

Ronny ist seit 3 Wochen krank und hat einen kleinen Marathon hinter sich:
Freitag vor 3 Wochen: Ich hole Ronny um 14 Uhr von der Arbeit ab, er ist total durch, friert, ist schlapp, will nach Hause - legt sich sofort ins Bett, will nichts essen, kurze Zeit später hat er 39,5°C Fieber. Dazu kommen am Abend Darmkrämpfe und Dünnpf.iff. Er will nicht einmal Wasser trinken.
Am Samstag sind die Darmkrämpfe so schlimm, daß wir in die Notfallpraxis fahren. Der Arzt dort diagnostiziert "vermutlich Noro-Virus" und er solle unbedingt am Montag zum Hausarzt gehen und dort eine Stuhlprobe nehmen lassen.
Montag vor 2 Wochen: Ronny ruft morgens beim Hausarzt an und faxt den Befund des Notfallarztes. Da er selber nicht in der Lage ist, zum Arzt hinzugehen, hole ich am Nachmittag "die Sachen" für ihn ab. Die Helferin gibt mir die Krankschreibung mit dem Kommentar: "Stuhlprobe muß nicht, hat der Doktor gesagt!" Aha?!
Im Laufe der Woche geht das Fieber zurück, aber: Appetit kaum vorhanden, immer noch totale Schlappheit, immer noch Dünnpf.iff wie Wasser. Inzwischen hat Ronny 6 kg abgenommen und sieht aus wie ausgespuckt - blaß, hager, eingefallen. Am Donnerstag ruft er dann nochmal beim Arzt an, der ihm sagt, er solle Imodium nehmen (ein Hammermittel zum Durchfall stoppen, nimmt man i.d.R. für Reisedurchfälle) und wie denn der Notfallarzt nur auf Noro käme, das sei ja totaler Schwachsinn. Wir fragen uns, worauf er das stützen will, da er ja nicht eine einzige diagnostische Massnahme ergriffen hat.
Montag vor einer Woche besteht Ronny dann schließlich drauf, eine Stuhlprobe untersuchen zu lassen. Ich fahre zur Praxis und hole Probenset und eine erneute Krankschreibung ab. Inzwischen hat er 11 kg abgenommen.
Diese Woche kommt endlich das Ergebnis von der Probe, es wurde ein Hefepilz im Darm gefunden und Ronny soll unbedingt nochmal in die Praxis kommen. Na toll, da kommt der Doktor ja reichlich früh drauf! Ich lese nach, was das für ein Pilz ist, wie man ihn behandelt etc.
Ronny fährt daraufhin am Dienstag in die Praxis. Der Arzt geht mit ihm zusammen den Befund durch. Zwei Werte sind auffällig: Der Schilddrüsenwert ist etwas zu niedrig - obwohl dort ausdrücklich steht, daß bei einer Durchfall-Probe der Wert prinizipiell zu niedrig ausfällt. Und dann halt der Hefepilz. der Arzt fragt Ronny, was man denn jetzt tun sollte und ob er erst den Schilddrüsenwert behandeln soll? Ähm, hallo?!
Schließlich bekommt Ronny nach mehrmaliger Nachfrage ein Rezept für ein Mittel gegen den Pilz. Seitdem geht es ihm Längen besser, er hat Appetit, will abends wieder naschen. Nur halt keinen zucker, da das die Nahrungsgrundlage für den Pilz ist, und den soll er ja nicht weiter ernähren. Davon hatte nur der Arzt nichts gesagt, aber er gab auch zu, von diesem Pilz noch nie was gehört zu haben...

Hätte das nicht alles in kürzerer Zeit über die Bühne gehen können?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Ärzten gemacht?
Liebe Grüße von Julia!

Totostina

Weltbeste Moderatorin

Beiträge: 1 319

Wohnort: Bochum

Beruf: Verkäuferin

2

Donnerstag, 7. Oktober 2010, 18:50

Huhu

Ich hatte da mit 21 Jahren eine Nierengeschichte.Ich musste operiert werden da sich der Urin in der Niere staute.Ein Blutgefäss klemmte den Leiter von Niere zu Blase ab.Nierenkoliken von übelsten mit Kotzerei und allem waren am Plan.



Die erste Op(von dreien).Es wurde Eigenfett von der Leiste genommen und zwischen Gefäss und Leiter gelegt,als Art Polster.Ein Stent wurde gelegt und ich wurde nach Hause geschickt für 4 Wochen bis zum Stent-ziehen.Diese 4 Wochen waren echt schlimm,nur Schmerzen,Weinen,Übelkeit,kaum laufen können.

Dann wurde der Stent gezogen.Sollte eine Nacht zur Beobachtung bleiben dann sollte die Sache durch sein.Diese Nacht nach dem Stent ziehen haben sie mir Morphium-ähnliches gegen Schmerzen spritzen müssen.Man hat mich weinend und zusammengebrochen am Krankenhausboden gefunden.

Ich wurde den nächsten Morgen sofort wieder operiert.Diesmal wurde das Blutgefäss durchgeschnitten und andersherum um den Leiter gelegt,wieder ein Stent.

Ich war 3 Tage im Dämmerzustand,sah Flugzeuge in Wolkenkratzer fliegen(11.9. war es da)und dachte was nehm ich hier für Drogen.

Nach 4 Wochen Stent ziehen blieb ich zur Sicherheit nochmal 2 Wochen im KH.Also insgesamt 7 Wochen im KH,4 einhalm Monate Krankenschein.



Erst später hat mir mein Urologe erklärt was schiefgelaufen ist(So durch die Blume,eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus)

Bei der ersten OP eine Lernärztin.Die Eigenfett-OP ging garnicht bei mir weil ich da grad 60 kg wog,also jebseits von Übergewicht.Mein Körper ist an diese "Fettreserve" gegangen und alles war wie vorher.Durch 4 Wochen Stent und Reibung des Stents war alles innendrin wie "wund".

Und Stent ziehen?Das ist eine Sache die lasse ich nie mehr ohne Narkose machen,Rotz und Wasser habe ich geweint und geschwitzt.



So,viele Ärzte meinen sie sind Götter in Weiss,dabei haben sie weisse Kittel und benehmen sich wie Metzger!



LG Tina
Schreibfehler sind Spezialeffekte meiner Tastatur!!!

:DPssst...Schweig Püppchen,Barbie kann auch nicht reden!

Birgitt

Fortgeschrittener

Beiträge: 427

Wohnort: Niedersachsen

3

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 19:29

Huhu,

wenn ich das hier so lese, dann frage ich mich, ob manche Ärzte ihren Berufskodex so wirklich ernst nehmen, oder ob sie vielleicht manchmal gar keine Zeit für eine genauere Diagnose haben... :thumbdown: Profitgier möchte ich da jetzt nicht unterstellen.
Meine Erfahrungen haben mich auch misstrauisch gemacht, muss ich ehrlich sagen. :(
Vor einigen Jahren hatte ich Probleme mit tauben Fingern/taubem Arm. Also ab zum Orthopäden. Jener fragte gar nicht genau nach, welche Finger taub sind, sondern nach 5 Min. durfte ich die Praxis mit einer Überweisung zur Karpaltunnel-OP verlassen...
Darauf wollte ich es nicht beruhen lassen, sondern habe mir von meinem sehr kooperativen Hausarzt ein Rezept für Krankengymnastik bei meiner "Blindes-Vertrauen-Therapeutin" ausstellen lassen.
Ergebnis: Mir war ein Nerv im HWS-Bereich eingeklemmt. Kurze Blockadelösung= Ende der Probleme.
Eine OP hätte dem behandelnden Arzt ca. 900 Euro eingebracht; für ca. 10 min. OP...

Ich habe leider noch ähnliche Geschichten auf Lager... Irgendwie traurig, dass man sich auf Ärzte eigentlich nicht so wirklich verlassen kann, sondern immer gezwungen ist, selber zu recherchieren. Das wiederum macht die Ärzte ärgerlich... auch verständlich, wenn ein gewissenhafter Arzt von seinen Patienten zu hören bekommt: "Danke für ihre Diagnose; aber ich informiere mich dann erstmal woanders...."

LG
Birgitt

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